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Hauptsache Fußball
02 Jul 2011

Hauptsache Fußball

Nachwuchs, Spielerberater, Talente, Vereine No Comments

Im März diesen Jahres erschien die DVD: Hauptsache Fußball – Junge Profis auf dem Weg ins Spiel (www.amazon.de). Der Film soll einen Eindruck über den Weg von jungen Spielern aus den Leistungszentren in den Profi-Sport vermitteln. Teilweise gelingt dies auch ganz gut, doch der Film hat auch seine Längen und bleibt meistens ziemlich an der Oberfläche. Ein roter Faden ist auch nicht immer erkennbar. Für mich ist das absolute Highlight der DVD das Bonusmaterial inklusive des Interviews mit Herman Gerland vom FC Bayern München. Auf der einen Seite ist er der harte Hund den man erwartet, auf der Anderen kommt aber auch seine einfühlsame sympatische Art zum Vorschein. Um eine vollständige Filmkritik zu lesen empfehle ich aber lieber die Seite von Amazon, da steht alles sehr gut auf den Punkt gebracht. Einige ganz interessante Passagen möchte ich dann aber auch hier noch kommentieren.

„Ich mußte früher sogar selbst meine Tasche tragen“.
Dariusz Wosz

Sehr schöne Aussage. Wenn Trainer im Jugendbereich solche Banalitäten herausstellen, kann man sich vorstellen, was ansonsten für die Jungs so veranstaltet wird. Im Grunde werden selbst die Talente schon so verwöhnt, dass ihnen manchmal der Blick für das Grundlegende fehlt. Vielleicht die etwas interessante Aussage von Dariuzs Wosz ist aber:

„Bis zum Alter von 10 Jahren sollte man die Kinder nur spielen lassen“.
Dariusz Wosz

Dies ist meistens auch in den Konzepten der Nachwuchsleistungszentren so vermerkt. Leider ist dieser Trend aber noch nicht bei den Vereinen abseits des Profi-Nachwuchses angekommen. Da kann es den Trainern und Eltern nicht schnell genug gehen, dass ihre Sprößlinge taktische Aufstellungen lernen und es endlich ein wenig nach Fußball aussieht. Es gibt einen Trainer in der Staffel meines Sohnes (G-Jugend) der schon wie eine General an der Seite steht und seine Jungs nach vorne peitscht. Nach Spaß für die Jungs sieht das nicht wirklich aus. Man sollte wirklich auch in den kleineren Vereinen den Kindern mehr Zeit geben und sie einfach spielen lassen.

Wer auch auf der DVD zu Wort kommt ist Jörg Neblung, vor allem bekannt als ehemaliger Spielerbarater von Robert Enke.

„Wir sind die hell-grauen Schafe“.
Jörg Neblung

Für einen Berater finde ich solch eine Aussage ausgesprochen ehrlich. Normalerweise äußern sich Berater dahingehend, dass nur sie 100% seriös sind (also die weißen Schafe) und alle Anderen eher den schwarzen Schafen zuzuordnen sind. Insgesamt muss ich zugeben, kommt Jörg Neblung sehr positiv rüber in dem Film. Der Auftritt wird ihm sicherlich zu einigen Anfragen von neuen Spielern verhelfen.

Auch zwei Dortmunder sind zu Wort gekommen. Zum einen Nachwuchstrainer Hannes Wolf:

„Es ist grenzwertig was die Jungs wegstecken müssen.“
Hannes Wolf

Eine Aussage, die auch Herman Gerland in seinem Interview bestätigt. Früher sind die Nachwuchsspieler bis um 13:00 in die Schule gegangen und man konnte Nachmittags mit ihnen trainieren. In Zeiten der Ganztagsschule sind die Kinder teilweise bis 17:00 in der Schule und sollen dann noch auf sehr hohem Nieveau sportliche Leistungen bringen. Das über Jahre durchzuhalten ist fast unmöglich. Dies ist unter anderem ein Grund warum ich die Ganztagsschule nicht wirklich unterstütze. Vor allem für aktive Kinder die viel Zeit im Sportverein verbringen oder andere zeitintensive Hobbys haben, ist das nicht sehr förderlich. Ganztagesschule ist eigentlich nur hilfreich für Eltern die sich nicht um ihre Kinder kümmern wollen bzw. können.

Es gibt noch einige weitere interessante Aussagen, doch schließen möchte ich mit einem Zitat von Lars Ricken:

„20-30% ist Talent, der Rest ist Wille und Motivation.“
Lars Ricken

Das Bittere ist wohl, dass er Recht hat. Klar lässt sich die genaue Verteilung nicht wirklich bestimmen, aber dass nicht immer die großen Talente nach oben gespült werden ist schon lange klar. Was man mit Willen alles erreichen kann haben „limitierte“ Spieler wie Hollerbach oder Reinhardt gezeigt. Wenn mich Schüler laufend tunneln und sich anschließend freuen sag ich ihnen immer:

„Technisch seid ihr jetzt schon besser als Bastian Reinhardt. Aber der hat fast 300 Bundesligaspiel und ihr spielt in der Kreisklasse…“

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