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Wer zahlt?
24 Feb 2012

Wer zahlt?

FIFA, Spielerberater, Transfers, Vereine No Comments

Spielerberater bekommen für ihre Dienstleistung in der Regel einen Anteil am Gehalt des Spielers, meistens zwischen 7% und 15% des Jahresbrutto-Verdienstes. Diese Entlohnung wird vom Verein übernommen und direkt an den Berater ausbezahlt. Dies hat eine lange Tradition und hat sich über Jahre als praktikabel bewährt. Allerdings kommt immer wieder die Forderung auf, die Spieler sollen doch gefälligst den Berater selbst bazahlen, schließlich versuchen diese erst möglichst viel Geld beim Verein für ihren Spieler herauszuholen und lassen sich dann auch noch dafür vom Verein bezahlen.
Sandro Rosell vom FC Barcelona hat neulich mal wieder diese Frage aufgeworfen: Spieler sollen Berater-Honorare selber bezahlen.

Aussenstehende werden diese Forderung natürlich unterstützen und durch die negative Darstellung in der Presse verstehen eh nicht viele den Sinn von Beratern. Doch für die Mehrzahl der Spieler geht ohne Berater bzw. Vermittler gar nichts mehr. Wie soll ein Spieler aus Australien, der nicht zu den Top-Elf seines Landes gehört, einen Verein in Europa finden? Aber nicht nur bei Auslandswechseln sind Berater unersätzlich, auch die vielen Spieler in der 2. und 3. Bundesliga sind auf die Kontakte ihrer Berater angewiesen.

Zurück zur Bezahlung der Berater. Es lohnt sich den Blick einmal in andere Wirtschaftsbereiche wandern zu lassen. Schauen wir uns Fach- bzw. Führungskräfte an die in einer Gehaltsklasse über 600.000€ angesiedelt sind, wird es nur sehr wenige geben, die bei weitreichenden Entscheidungen ohne externe Beratung auskommen. Auch hier bezahlt keine Führungskraft die externe Beratung selbst, sondern das Unternehmen, bei dem die Führungskraft angestellt ist, gleicht diese Rechnung aus.
Und auch in diesem Bereich lassen sie die Führungsangestellten beraten wenn es um die Verlängerung ihrer Verträge geht. Doch kein Wirtschaftsbereich ist halt so öffentlich wie der Fussball.

Auch bei Maklern stellt sich immer die Frage, wer bezahlt wen? Es ist anzunehmen, dass Sandro Rosell sich schon mal ein schönes Haus gekauft hat. Vielleicht hätte er sich da auch mal fragen sollen, warum er den Makler bezahlen muss, denn hier sieht es ähnlich aus wie im Fussball.
Wenn ein Hausbesitzer sein Haus verkaufen möchte, beauftragt er einen Makler. Der bietet das Haus am Markt an und lässt sich vom Käufer dafür bezahlen. Funktioniert also genau wie im Spielerbereich.

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Im Fussball ist es eigentlich eine sinnlose Diskussion. Die Vereine müssen bei einer Verpflichtung eines Spielers die Beraterkosten mit in das Gesamtpaket einrechnen. Man weiß also immer vorher schon, was ein Spieler inklusive Beratergebühr kostet.
Sollten die Vereine sich weigern die Beraterkosten zu übernehmen wird der Spieler mehr Gehalt verlangen, um seinen Berater selbst zu bezahlen. Für den Verein kommen also sämtliche Sozialabgaben auf den Anteil des Gehalts für den Berater hinzu. Unterm Strich würde diese Regelung die Vereine also mehr kosten.

Auch wenn öffentlich über die Berater geschimpft wird, im Hintergrund nimmt man die Dienste natürlich auch gern wahr. Eine Geschichte die hierzu publik wurde, ist die von Hr. Hoffmann neulich in Hamburg.
Abendblatt
http://www.abendblatt.de/sport/fussball/hsv/article2144296/Ex-Boss-Hoffmann-droht-ein-Tag-der-Abrechnung.html.

Dabei gäbe es durchaus Regelungen, die sinnvoll wären. Der wichtigste Aspekt wäre sicherlich, dem Spieler offenzulegen, was der Berater für den Transfer bekommen hat. Dies läuft leider zu oft an dem Spieler vorbei.

Letztendlich ist Fussball aber ein emotionales Geschäft, es wird also nicht immer der rationale Wert eines Spielers bezahlt. Wenn ein Funktionär einen Spieler unbedingt für seinen Verein haben will, wird er jeden Preis bezahlen, da helfen auch keine Absprachen, Regelungen oder sonstige Versuche: der Spieler wird verpflichtet. Um diese unrealistischen Summen zu rechtfertigen, wird dann meist auf die gierigen und unseriösen Berater verwiesen. Aus diesem Grund wird sich in naher Zukunft auch nichts an dem System ändern.

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