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Urteil: Wer zahlt wen?
19 Nov 2012

Urteil: Wer zahlt wen?

Spielerberater, Sportrecht, Transfers, Vereine No Comments

Tja, man kann sich nie ganz sicher sein!
Letzte Woche gab es ein Urteil darüber, dass ein Spielerberater keinen Anspruch auf Entschädigung geltend machen kann wenn er kein offizielles Mandat für den Spieler mehr hat, auch wenn er den eigentlichen Abschluß vorbereitet hat. Hört sich natürlich erst einmal logisch an, ist aber bitter für die ganzen kleinen Berater die in Deutschland herumlaufen. Es ist kaum möglich Spieler vertraglich an sich zu binden. Man investiert also viel Zeit in einen Spieler und wird dann kurz bevor man mit diesem Spieler Geld verdient abgeschossen. Wer die Unverbindlichkeit der Spieler kennt, weiß wie oft das vorkommt…
Vor allem den Schwergewichten der Branche kommt dies zu Gute. Bekommen diese eine Vertragsanbahnung mit, grätschen sie über verschiedene Kanäle dazwischen und drängen die kleinen Vermittler aus dem Geschäft. Anschließend wird über die vielen unlizenzierten Berater gejammert….

Quelle: Verlag Otto Schmidt

OLG Hamm 24.9.2012, I-18 U 25/12
Fußball-Club muss abgelösten Spielerberater nicht bezahlen
Spricht ein Sportverein, der mit einem Spieler über eine Vertragsverlängerung verhandeln möchte, auf dessen Wunsch eine dritte Person an, die den Spieler bereits in der Vergangenheit bei Vertragsverhandlungen beraten hatte, so folgt allein daraus nicht zwingend die Begründung eines Maklervertrags zwischen dem Verein und dieser Person. Die Vereinbarung einer Vergütung eines Spielerberaters nach Abschluss des (Verlängerungs-)Vertrages mit dem Spieler kann als nachträglicher Abschluss eines Maklervertrages oder als vermittlungsunabhängiges Provisionsversprechen zu verstehen sein.
Der Sachverhalt:
Die Beklagte, der Fußballverein Borussia Dortmund, sprach im September 2010 den klagenden Spielerberater eines beim BVB unter Vertrag stehenden Torhüters an, um Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung aufzunehmen. Im November 2010 trennte sich der Spieler von dem Kläger und beauftragte einen neuen Spielerberater. Im Jahr 2011 kam es zum erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen zwischen Verein und Spieler.
Unter Hinweis auf einen nach seiner Ansicht mit der Beklagten abgeschlossenen Maklervertrag verlangte der abgelöste Spielerberater von der Beklagten Auskunft über die Konditionen der später ohne seine Mitwirkung vereinbarten Vertragsverlängerung und ein – der Höhe nach noch zu bezifferndes – Maklerhonorar i.H.v. 10 Prozent des mit dem Spieler abgesprochenen Jahresbruttogehaltes.

Das LG wies die Klage ab. Die Berufung des Klägers hatte vor dem OLG keinen Erfolg. Der Beschluss des OLG ist nicht rechtskräftig; die Revision wird beim BGH unter dem Az. III ZR 340/12 geführt.

Die Gründe:
Der Kläger hat gegenüber der Beklagten keinen Anspruch auf Zahlung eines Maklerhonorars.

Zwischen der Beklagten und dem Kläger als abgelöstem Spielerberater ist kein Maklervertrag zustande gekommen, der eine Zahlungspflicht des Vereins begründen würde. Ein Vertragsschluss ergibt sich nicht aus den Umständen der Kontaktaufnahme und den anfänglich unter Beteiligung des Beraters geführten Vertragsverhandlungen. Die Beklagte hat den Kläger als Vertreter des Spielers angesprochen und ihn dabei nicht selbst als Makler beauftragt.

Allein in der Kontaktaufnahme des Vereins zum Spielerberater liegt noch kein Angebot zum Abschluss eines Maklervertrages, weil der Berater nur als Vertreter des Spielers angesprochen werden soll und der Verein noch keine Maklervermittlungsleistung nachfragt. Es ist zwar denkbar, dass der Verein den Spielervermittler auch als Makler mit der Vermittlung einer Vertragsverlängerung zu dem auslaufenden Arbeitsvertrag mit dem Spieler beauftragen will. Hierzu bedarf es aber besonderer Umstände, die dies zum Ausdruck bringen. Solche Umstände liegen hier jedoch nicht vor.

Für eine Beauftragung des Klägers als Makler spricht auch nicht, dass ein Verein im Falle einer vertraglichen Einigung mit einem Spieler regelmäßig auch das Honorar des beteiligten Spielerberaters übernimmt. Denn einer solchen Zahlung kann auch eine erst bei der Vertragsverlängerung vereinbarte Zahlungszusage zugrunde liegen.

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